|
|
 |
Dard Divorce Report
2. November 2006: California/San Francisco
Nach einem 12-stündigen Flug von München nach San Francisco und einer sehr kurzen
4-stündigen Nacht in dem wahrscheinlich schmuddeligsten und abgefucktesten Motel das
Frisco zu bieten hat, begeben wir uns an diesem Tag auf Motivsuche, sowie auf die Suche
nach einem besseren Motel.
Olaf und Eckart Zerzawy (unser 2nd Unit Kameramann) entscheiden sich dazu, die ersten
Aufnahmen an der „Fisherman`s Warf“ in San Francisco zu machen, und das liegt nicht nur
daran, dass es dort die größten und besten Krabbenbrötchen gibt. An den nächsten 2 Tagen
wird den ganzen Tag über gedreht, diverse Stadtaufnahmen,
Chinatown bei Nacht, sowie einige Szenen mit mir. Leider ist es zu dieser Jahreszeit in
Frisco sehr nebelig und kühl, so dass wir bis zum Nachmittag warten müssen, bis die Sonne
durchkommt, um schöne Stadtaufnahmen zu bekommen. Am zweiten Drehtag kommt die Sonne jedoch
überhaupt nicht mehr durch und wir müssen in der Nebelsuppe drehen. Olaf ist mit dieser
Situation gar nicht glücklich. Dennoch, wir probieren eine andere Variante. Ein 9 ND – Verlaufsfilter
sorgt für eine düstere Atmosphäre und das Wetter bleibt uns lange Zeit treu!
Im großen und ganzen sind wir dann mit unseren Shots sehr zufrieden, hauen uns noch zum Abschied im „Red Lobster“ den Bauch voll, bevor es nach Los Angeles weiter geht...
5. November - 9. November 2006: California/Los Angeles
In Los Angeles erwartet uns schon sehnsüchtig unser guter Freund und Kollege Chris Kriesa, sowie Yazid Benfeghoul und Ricky Goldberg, die wegen dem "American Filmmarket" nach L.A. gereist sind. Wir verbringen einen lustigen Abend mit gutem Essen und machen uns (mal wieder) auf die Suche nach einem Motel. Die erste Nacht verbringen wir in Santa Monica in einem schönen Hotel. Am nächsten Tag ziehen wir um in ein Motel mit dem Namen "Adventure" in "Inglewood", mitten in einer der gefährlichsten Gegenden L.A.`s (was wir erst 2 Tage später erfahren haben). Und ich habe mich schon gewundert warum an diesem Motel alles mit Kameras überwacht und abgeriegelt ist. Vor allem warum fahren alle 5 Minuten die Cops mit Sirene vorbei? Trotzdem ist diese Unterkunft ziemlich cool und man fühlt sich wie in der Zeit zurück versetzt, denn es hat alles einen gewissen Hippieflair.
Die ersten 3 Tage passiert gar nichts, wir sind wahnsinnig faul. Immerhin sind es 31 Grad und da kann man so einiges unternehmen. Wir besichtigen die Stadt, gehen gut Essen und ich, wie soll es anders sein, natürlich auch ausgiebig shoppen. Abends besuchen wir Uwe Boll auf dem AFM, der dort mit seinem Weltvertrieb einen Stand hat.
Am 9. November machen wir uns endlich an die Szene mit Chris Kriesa und mir. Die Location ist ein Restaurant (indem es zu Olafs Freude bayrisches „Ayinger“ Bier gibt) und wir drehen die Szene innerhalb 1 Stunde ab. Dies war der einzige Dreh in L. A. und wir verbringen den nächsten und letzten Tag in „Hollywood“, wo wir zuerst japanisch Essen gehen, ich mich auf dem „Walk of Fame“ vor dem „Chinese Theatre“ mit Pinhead, Superwoman und Yoda fotografieren lasse und wir uns noch anschließend mit Yazid und Ricky treffen um dort noch die typischen Hollywood - Souveniers zu kaufen und um uns im Wachsfigurenmuseum zu amüsieren. Nach einer etwas gewöhnungsbedürftigen Pizza geht es dann mit zwei Autos weiter Richtung Nevada.
10. November 2006: Ridgecrest/Nevada
Als wir mittags in Ridgecrest ankommen bemerken wir, dass uns die Zeit davonrennt. Wir haben einen ziemlichen Stiefel abzudrehen und uns fehlt noch so einiges. Wir brauchen einen Cadillac und einen Hundewelpen. Aber woher bekommen "in the middle of nowhere" ? Mit dem Welpen haben wir Glück: Ridgecrest hat ein Tierheim. Also drehen wir die Szenen mit dem Hund ab und der Kleine stellt sich als ein wahres Schauspieltalent heraus. Die Aufnahmen sind wunderschön und das mit dem Auto regeln wir schließlich noch anders. Schade, ich wollte schon immer mal einen Cadillac fahren.
Wir bleiben schließlich eine Nacht in diesem etwas abgelegenen Ort, um am nächsten Tag in voller Frische noch einige Hausaufnahmen und Wüstenbilder zu schießen. Wie bereits erwähnt, das Wetter bleibt uns treu. Dichte Wolken und Sandsturm sorgen für eine bedrohlich, düstere Wüstenatmosphäre. Olaf kennt dieses schräge Kaff, er hat dort bereits vor einigen Jahren „Legion of the Dead“ gedreht.
Danach geht es weiter zu den Sanddünen von „Death Valley“. Es ist so wunderschön dort und als ich barfuss durch den warmen Sand und über die Dünen laufe kommt es mir vor, als wäre ich in einer anderen Welt. Glücklich über diese tollen Aufnahmen brechen wir schließlich nach „Las Vegas“ auf. Dort haben wir leider Pech, denn an diesem Wochenende ist ganz Las Vegas und halb Nevada ausgebucht. Nach einem Besuch in mehreren Casinos, Olafs Achterbahnfahrt um das New York–Casino und ca. 100 Meilen Autofahrt durchs finstere Nevada, finden wir schließlich um vier Uhr früh noch ein Hotel, das 2 Zimmer frei hat.
12. November - 15. November 2006: Pryce Canyon/Arizona-Utah
Das Thermometer sinkt auf dem Weg Richtung Pryce Canyon und uns kommen schneebedeckte Autos entgegen. Eben noch 30 Grad in L.A. und schon frieren wir uns bei ca. –5 Grad den Hintern weg.
Wir bleiben also eine Nacht in den Bergen und drehen am nächsten morgen, dem 13. November eine kleine Szene in den „Red Canyons“. Ausserdem entscheide ich mich mein Kostüm, das nur aus einem kurzen Sommerkleid besteht, in eine Jeans mit Pulli und Jacke zu tauschen. Da es in der Szene keinen direkten Anschluss gibt, ist das kein Problem.
Danach fahren wir gleich wieder zurück in Richtung San Francisco. Wir beschließen den Weg über „Salt Lake City“ einzuschlagen, nächtigen in einem kleinen Nest (Name hab ich vergessen) in Nevada, das hauptsächlich aus Casinos besteht. Am nächsten Tag fahren wir weiter... und fahren und fahren und fahren, bis wir knapp eine Stunde vor „San Francisco“ einen riesigen Hunger auf Sushi bekommen und zum Glück ein „All you can Eat“ (für 10 Dollar) finden. Anschließend suchen wir uns dort auch gleich ein Motel.
Am 15. November sind wir zurück in Frisco, verbringen den ganzen Tag in der Stadt und fliegen schließlich abends um 21.50 Uhr heim nach München.
|
|
|